Donnerstag, 17.12.2015 – Vortrag: Die Vulkanfeuer von Dschinnistan - Versuch einer anthropologischen Erklärung, wie Karl May zum Mystiker wurde, Freiburg
(bekannt gemacht am 07.11.2015)

Lutz Rathke setzt seine Vortragsreihe „Die Vulkanfeuer von Dschinnistan - Versuch einer anthropologischen Erklärung, wie Karl May zum Mystiker wurde (eigene Überlegungen)“ mit einer dritten Folge fort. Dem Vortrag liegt ein wichtiger Abschnitt aus Karl Mays Spätwerk „Ardistan und Dschinnistan“ zugrunde.

Der Referent teilt hierzu folgendes mit:
In der Zusammenstellung der Themen und Handlungsmotive im Kapitel über die Totenstadt, die ehemalige Hauptstadt von Ardistan, verrät sich als ob in einer Urerinnerung, wie es zu gewissen Eigentümlichkeiten, die den Menschen als solchen vom Tier abheben, schon in seiner noch vormenschlichen Entwicklung kam: d.h. wie die Themen Großmutter (Marah Durimeh), die geheimen riesigen Nahrungsmittelvorratsspeicher in der Totenstadt, die Anerkennung und Übernahme von Schuld der eigenen Vorväter und die Auferstehung von Toten (Gericht über den Mir von Ardistan, seinen Vater und seinen Großvater unter dem Vorsitz eines eigentlich längst verstorbenen Maha Lama von Ardistan), bestrebte Unzugänglichkeit einer Totenstätte (eben die Totenstadt, speziell der Saal, in dem unter anderen der tote Maha Lama wie nur einstweilen entschlafen angetroffen wird), die doppelten Schlüssel für die Räumlichkeiten der Totenstadt u.v.m. miteinander vor dem Hintergrund ihrer Entstehung als Archetypen im stammesgeschichtlichen Werden des spezifisch Menschlichen im Menschen zusammenhängen.
Der Vortragende ergreift die Gelegenheit zu erläutern, wie ein kürzlicher Fund von vormenschlichen Überresten seine eigene sehr neue anthropologische --- nicht einfach psychologische --- Sichtweise bestätigt, die auch das Phänomen, warum die Menschheit Dichter wie Karl May hervorbringt und aus welchen Quellen sie schöpfen, grundlegend erklärt.
Der Vortrag zeigt unter anderem auf, wie und weswegen es wohl zur Bestattung kam --- schon beim Vormenschen, nicht erst beim Menschen, schon gar nicht erst beim Homo sapiens.
Der Vortrag bezieht sich zwar auf die beiden vorausgegangenen zum Thema einer anthropologischen Erklärung, wie Karl May zum Mystiker wurde bzw. warum Menschen religiös sind und Dichter hervorbringen, ist aber so gestaltet, dass man nicht die vorausgegangenen Vorträge gehört zu haben braucht.

Ort: Restaurant "Waldheim" in Freiburg-Günterstal, Schauinslandstr. 20
Wie gewohnt beginnt der offizielle Teil um 19 Uhr, wer möchte kann aber gerne schon um 18 Uhr kommen, um gemeinsam zu Abend zu essen und nette Gespräche zu führen. Interessierte und Gäste sind herzlich willkommen. Eintritt frei.

Veranstalter: Karl-May-Freundeskreis Freiburg
Homepage: http://karlmay-freiburg.de.tl/